AMI und Rowe/AMI Musikboxen im Archiv von Jukebox-World

Abspielprobleme

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Problem:
Nach dem Einschalten der Box (hier: AMI I) und ca. 6 - 8 Singles, setzt der Tonarm auf, aber es kommt kein Ton aus dem Verstärker. Das Mute-Relais bleibt angezogen und der Tonarmendschalter ist ohne Funktion.
Antwort:
Hierfür kommen mehrere Ursachen in Frage.
  1. Wahlpin wird nicht zurückgesetzt
    In dem Fall bleibt der Greifermotor eingeschaltet und der Verstärker wird nicht freigeschaltet. Es dürfte eine etwas zu niedrige Gleichspannung vorliegen, denn sonst würde sich der Greifermotor festlaufen und müßte händisch freigedreht werden.
    Die Fehlerursache ist entweder an den Kontakten unter dem Tonarm oder an den Kontakten auf dem Magazin (unter dem Stiftrad) zu suchen. Die Kontakte auf dem Magazin sind eigentlich unnötig und können entfernt oder zumindest kurzgeschlossen werden. Die Kontakte unter dem Tonarm sind zu reinigen und zu justieren.
     
  2. Rückstellhebel geht nicht in Ausgangsposition
    Wenn der Rückstellhebel nicht in seine Ausgangsposition geht und sich der Greifermotor festläuft, obwohl der Pin zurückgesetzt wurde, kann das mehrere Ursachen haben. Es kann sein,
    1. daß der Sucherhebel schwergängig ist und den Mikroschalter nicht betätigt
    2. ein defekter Mikroschalter vorliegt
      Die Schalter sind leicht zu überprüfen. Wird einer der Schalter (bzw. den Sucherhebel) betätigt, während die Box in Bereitschaft ist, zieht die zugehörige Seitenwahlspule an und der Greifermotor läuft an, um eine Platte aufzulegen. Nun wird der Sucherhebel losgelassen. Der Greifermotor muß nun sofort in die Ausgangsstellung zurücklaufen. Wenn es dabei eine Verzögerung gibt, oder der Motor überhaupt weiterläuft, bis er festläuft, dann ist dieser Schalter auszutauschen.
      Den Greifermotor braucht nicht ausgebaut zu werden, wenn er festgelaufen ist. Auf der Oberweite ist ein kleiner Deckel. Wird dieser abgeschraubt, kann man den Anker mit einem Finger oder notfalls vorsichtig mit einem Schraubenzieher um eine halbe Umdrehung zurückdrehen. Das genügt, um ihn anlaufen zu lassen. Natürlich ist vorher sicherzustellen, daß die beiden Sucher - Mikroschalter gedrückt sind.
      Die angesprochenen Kontakte befinden sich normalerweise auf der hinteren Platte des Magazins, wo auch die Sucher-Mikroschalter montiert sind. Sie werden durch die Rückstellhebel betätigt. bei den meisten Geräten (nicht bei allen) sind sie kurzgeschlossen oder überhaupt entfernt. Bei den meisten J - Modellen z.B. waren sie vom Werk aus nicht mehr vorhanden.
    3. die Löschspulen  angezogen bleiben
      Bleiben nach dem Rücksetzen der Wahlpins die Löschspulen angezogen, sollten diese auf Funktion geprüft werden: dazu drückt man alle Pins auf dem Stiftrad mit der Hand hinein. Anschließend drückt man die Scan-Taste (gedrückt halten), um das Magazin zu drehen. Das Magazin muß sich nun drehen, bei jeder Platte kurz anhalten und die Stifte für A- und B-Seite zurückschlagen. Dabei werden die Seitenwahlspulen und die Löschspulen in sehr regelmäßigen Abständen betätigt. Der Greifermotor darf sich dabei nur sehr wenig bewegen. Das entstehende Geräusch muß vollkommen gleichmäßig während der gesamten Magazinumdrehung sein. Jede Unregelmäßigkeit zeigt an, daß etwas nicht in Ordnung ist. In den meisten Fällen handelt es sich um mechanische Fehler, wie schwergängige Sucher- oder Löschhebel oder klebrige Plunger in den Löschspulen.
      Fehlerfreier Test: dann wird der Löschstromkreis beim Auflegen nicht korrekt aktiviert. Der Fehler liegt dann mit ziemlicher Sicherheit an den Kontakten unter dem Tonarm (Camshaft Switches), die betätigt werden, wenn der Tonarm auf die Platte gelegt wird oder an den Kontakten rechts hinten (Transfer Switches), die durch die Seitenumschaltspulen betätigt werden.
      Fehlerhafter Test
      : als erstes sind einige Kontakte zu reinigen und zu justieren. Das wären die Camshaft Switches hinter dem Tonarm und die Transfer Switches rechts hinten, die durch die Seitenwahlspulen betätigt werden. Zum Reinigen bitte keine normale Kontaktfeile verwenden. Besser ist ein etwa 1 cm breiter Streifen aus Kunststoff, an dem auf beiden Seiten jeweils ein Streifen möglichst feines Naßschleifpapier (Körnung mindestens 800 oder 1000) aufgeklebt wird. Ersatzweise kann man auch einen Streifen Naßschleifpapier der Länge nach falten, so daß die Schleifflächen außen sind. Diesen Streifen zwischen die Kontakte schieben und die Kontaktflächen polieren, bis sie vollkommen blank sind. Die Camshaft Switches sind im Ruhezustand betätigt und daher schlecht zugänglich. Damit sie erreicht werden können, drückt man den Sucher - Mikroschalter und läßt den Greifer hochgehen, dann den Serviceschalter ausschalten.
      Wenn alle Kontakte blank sind, kontrollieren, ob die Kontakte richtig justiert sind. Dazu am besten den Greifermotor bis kurz vor den Schaltpunkt zurücklaufen lassen und den Serviceschalter wieder ausschalten. Dann den Greifermotor mit der Hand (durch die Öffnung an der Oberseite) weiterdrehen, bis die Kontakte betätigt werden. Die Arbeitskontakte (normal offen) müssen sicher geschlossen sein, bevor der Ruhekontakt (normal geschlossen) öffnet. Bei einem der Kontakte müssen in gedrücktem Zustand 3 Kontaktzungen verbunden sein.
    4. die Resethebel zu langsam in die Ausgangsposition gehen und sich so zwischen Pin und Sucherhebel einklemmen.
      Zum Beheben des Fehlers ist es notwendig, das Stiftrad abzumontieren. Als erstes ist der große Arm mit den Pinpushern abzunehmen. Dazu ist die Inbusschraube zu lockern. Dann kann man den Arm abziehen. Auf dem Stiftrad ist ein kleines Stahlplättchen mit zwei Schrauben angeschraubt. Dieses Plättchen ist zu lockern und zu verschieben, so daß es nicht mehr in die Nut des Metallteiles (Wahlspule in der Magazinachse) eingreift. Das Stiftrad ist mit einer Sechskantschraube (SW 11) auf der Magazinachse aufgespannt. Nach dem Lockern ist das Stiftrad abzuziehen.
      Nun werden die Haltewinkel (auf dem auch die unnötigen Kontakte montiert sind) abgeschraubt, die die Resethebel fixieren und der Seegerring von der Achse des Resethebels abgenommen. Darauf achten, daß die Feder dabei nicht wegspringt. Dann kann man den Hebel seitlich herausziehen. Auf der inneren Seite des Hebels ist ein Zapfen, der durch den Spulenplunger geht. Dieser ist ebenfalls herauszunehmen. Vorsicht, da ist wieder eine Feder. Der Spulenplunger und die Hülse in der Spule sind zu reinigen und zu entfetten. Wenn es rauhe Stellen gibt, sind sie auch zu polieren. Es ist wichtig, daß die Teile absolut fettfrei sind und bleiben. Die großen Federn sind meist etwas lahm. Man kann sie etwas dehnen, um die Spannung zu erhöhen. Wenn  beide Plunger gereinigt sind, wird das Ganze wieder zusammengebaut. Auf die Achsen des Sucherhebels und des Resethebels kann man je einen Tropfen Öl geben.

      Das Stiftrad ist beim Einbau so einzustellen, daß das Magazin nicht allzu viel Spiel in axialer Richtung hat. Es ist so zu drehen, daß der Auflagebügel für den Greifer genau in der Position ist, daß der Greiferarm mittig darauf trifft. Dann wird die Pinpusherspule wieder mit dem kleinen Plättchen fixiert.
      Der Plunger des Pinpushers und das Innere des Messingrohres sind ebenfalls zu reinigen und bei Bedarf zu polieren. Beim Montieren des Pinpushers ist zu beachten, daß die Metallhülse in das geschlitzte Messingrohr rutschen muß, sodaß das Messingrohr zwischen Metallhülse und dem Aluteil eingeklemmt wird. Das Einschieben geht leichter, wenn man den Aluteil mit einem Schraubenzieher in der Nähe der Inbusschraube etwas auseinander drückt. Wenn man das Teil richtig angesetzt hat, läßt es sich mit einem kräftigen Druck auf den Spulenplunger aufschieben. Zum Einstellen stellt man mit dem Wahlrad die Nummer A1 ein. Dann drückt man den Hebel der Stopspule im Selector und fixiert ihn mit einem Schraubenzieher, so daß der Selector sich nicht mehr verdrehen kann. Nun dreht man den Pinpusherhebel so, das der längere Pinpusher genau mittig auf den mit A1 beschrifteten Pin zeigt. Der kurze Pinpusher zeigt dabei genau auf ein leeres Loch. Der Abstand zu den Pins sollte etwa 2 - 3mm sein. Zum Schluß zieht man die Inbusschraube (nicht allzu fest) an.

 

Problem:
Wird während des Abspielens einer Schallplatte ein weiterer Titel angewählt, kommt beim Einschlagen des Pins ein lautes Geräusch aus dem Lautsprecher. Was kann die Ursache sein?

Antwort:
Hierfür kommen mehrere Ursachen in Frage.

  1. Masseproblem am Potentiometer

  2. Verstärker benötigt eine Überholung

  3. hochfrequente Störungen aus der Wahlanlagen werden durch den Lautstärkeregler aufgenommen. Leider ist das nicht immer ganz zu beheben. Es gibt aber einige Maßnahmen, die es zumindest stark reduzieren.

    1. Man kann den Lautstärkeregler (inklusive Gehäuse) abmontieren und so weit wie möglich von der Box entfernt montieren.

    2. Man kann versuchen, ein separat geerdetes Abschirmgehäuse, das nicht mit dem Reglergehäuse verbunden ist, über dieses zu bauen.

    3. Man kann ein 10K - Widerstand in die Leitung zum g1 (Pin 7 der ersten 12AU7) einfügen. Dieser bildet zusammen mit der Gitterkapazität ein HF - Filter. Notfalls kann man noch einen kleinen Kondensator (max 100pF) von Pin 7 gegen Masse schalten.

  4. Wenn nur ein Krachen entsteht, wenn der Pin geschlagen wird, aber nicht, während der Impulsgeber auf der Tastatur läuft (bzw. die Stepperspulen betätigt werden), könnte es eine andere Ursache geben. Der Kontakt auf dem Spragrelay (das Relais mit dem langen Hebel rechts oben im Pulse Converter, der die Stiftschläger - Spule schaltet, könnte verschmutzt sein und dadurch einen starken Funken erzeugen. Ich hatte auch schon einmal eine Stiftschlägerspule mit Windungsschluß, was ebenfalls zu einem starken Funken auf dem Kontakt führte.

 

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