FAQ Musikboxen im Archiv von Jukebox-World

Schalter: Allgemeines, Mikroschalter, Reed-Schalter, Relais

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Mikroschalter: Funktionsprüfung

Für die Überprüfung der Mikroschalter braucht man einen Multimeter. Für den Anfang genügt eine einfache Ausführung, die schon für weniger als 10 Euro zu bekommen ist. Wichtig ist, daß es mit einem akustischen Durchgangsprüfer ausgestattet ist. (Wer sich intensiver damit beschäftigen will, sollte etwas mehr ausgeben und eine Ausführung mit True-RMS-Messung und eventuell einem Kapazitätsmessbereich wählen.)

Die Prüfung besteht aus zwei Teilen.
Als erstes kommt die Sichtprüfung. Wenn das Gehäuse extrem verschmutzt oder beschädigt ist, sollte der Schalter auf jeden Fall getauscht werden, auch wenn er momentan noch funktioniert. Dann wird der Stift langsam hinein gedrückt. Das muß ganz leicht und ohne zu verkanten möglich sein. Es entsteht dabei ein deutlich hörbares Klicken. Das Klicken muß klar und deutlich sein. Wenn es irgendwie gedämpft klingt (meist durch eine lahme Feder im Schalter), sollte der Schalter ebenfalls erneuert werden. Am besten ist, das Klicken mit einem neuen Schalter zu vergleichen, denn das Geräusch ist schwer zu beschreiben. Es kommt auch vor, daß der Schaltstift hängen bleibt, wenn man ihn ganz langsam losläßt, oder daß er zeitlich verzögert zurückgeht. Auch diese Schalter müssen erneuert werden.

Für den zweiten Teil wird das Multimeter (Messbereich Durchgangsprüfung) verwendet.
Die meisten Mikroschalter haben drei Anschlüsse, die mit COMMON, N.C (=normally closed) und N.O. (=normally open) bezeichnet sind. Die Messleitungen werden an COMMON und N.C. angeschlossen. Dabei sollte ein Messwert unter 1 Ohm angezeigt werden. Dann drückt man den Schaltstift ganz langsam hinein und beobachtet die Anzeige. Die Anzeige muß unter 1 Ohm bleiben, bis der Schalter klickt. Wenn die Anzeige bereits ansteigt, bevor der Schalter klickt, ist der Schalter nicht mehr brauchbar.
Das gleiche wird jetzt noch für den Arbeitskontakt gemacht. Die Messleitungen kommen an COMMON und N.O. Dann drückt man den Schaltstift ganz hinein. Das Multimeter müßte wieder einen Wert unter 1 Ohm anzeigen. Dann läßt man den Schaltstift ganz langsam zurück in die Ausgangsstellung gehen. Die Anzeige müßte wieder bleiben, bis der Schalter klickt.

 

 

Reed-Schalter, Reed-Kontakt

Der Reedschalter wird auch oft Reed-Kontakt genannt. Dabei handelt es sich um in einem Glasrohr eingeschmolzene Kontaktzungen aus einer Eisen-Nickellegierung, die magnetisch betätigt werden. Häufig sind es einfache Schließer (NO = normally open), können jedoch auch andere Arten der Schließung haben, z.B. als Wechsel- bzw. Umschalter (SPDT). Weitere Spezifikationen für Reedschalter sind neben der Spannung (V), die Stromstärke (A), der Widerstand (Ohm) und die mechanische Spannung (Anzugsempfindlichkeit = technische Atmosphäre = at).
Die Bezeichnung „Reed“ kommt aus dem Englischen für Röhrchen.

Reedkontakt

In einigen Musikboxen kann man Reed-Schalter zur Tonarm-Endabschaltung finden, z.B. in AMI/Rowe Modellen ab 1963 oder Seeburg. Hierbei schwenkt der Tonarm an Ende der Single mit einem Magnet über den Reed-Kontakt, wodurch dieser anzieht und einen elektrischen Kontakt herstellt.

 

 

Relais

Relais sind elektromagnetische bzw. elektromechanische Schalter, die aus einer Spule und Kontaktsätzen bestehen. Sie werden verwendet um Stromkreise ein-, aus- oder umzuschalten. Das typische Relais ist ein elektromagnetischer Schalter.
Wird die Spule mit Strom versorgt, entsteht ein magnetisches Feld. Der Anker zieht an, wodurch in der Folge zwei Kontaktfedern gegeneinander gedrückt werden. Durch das Magnetfeld können sich die Kontakte öffnen oder schließen. Man unterscheidet zwischen Öffner, Schließer und Wechsler.
NO: Normally Open = im Ruhezustand geöffnet
NC: Nomally Closed = im Ruhezustand geschlossen
CO: Change Over = Wechsel von geschlossen zu offen oder umgekehrt
Oft werden die Relais gesteckt, d.h. sie haben eine best. Anordnung von Stiften, um in das entsprechende Gegenstück (Platine, Fassung) zu passen.

Schaltzeichen:

Schließer (NO) Öffner (NC) Wechsler (CO) Öffner und Schließer

Es kann vorkommen, dass Relais defekte Spulen haben, z.B. aufgrund eines Windungsschlusses. Manche Relais lassen sich gut durch Vergleichstypen ersetzen, andere nur schwer. Im Folgenden wird gezeigt, wie unser Forumsmitglied Klaus E. die Spule seines Relais ausgetauscht hat - Steuereinheit Prestige 120C.

Relais V23154-N0721-F104:

Als Ersatzteilspender dient Relais Relais V23154-N0721-B810, da es günstig zu bekommen war.
Beide Spulen tragen die Nummer 721, sind also identisch. Beide sind für 24 V ausgelegt.

Die Abmessungen der Spule sind immer identisch, egal wie das Relais ansonsten aufgebaut ist.

Spule ablöten; sie ist nicht einmal um das Beinchen des Relais gewickelt sondern nur angelötet.

Dann die kleine Sechskantschraube lösen. 


Dann alles auseinanderdröseln.

Identisches Vorgehen beim Spenderrelais.
Spule tauschen, wieder alles zusammenbauen und die Spule anlöten.
Ich musste den Betätigungsbügel etwas passend biegen und die Kontakte zurechtbiegen. Jetzt passt alles.

Neue Beschriftung - und dann noch mal die Spule messen.

Klaus E: "Ich empfehle übrigens, das Relais dazu nicht aus der Platine auszulöten. Das war der schlimmste Teil der OP.
Und besser nicht den fuzzeligen Spulendraht abreißen. Sonst wird es ungemütlich. Ansonsten ist die Lösung ziemlich einfach."

 

 

Schalter in AMI Musikboxen

EP Switch - Continental: Funktion
Die Funktion ist im Servicemanual genau beschrieben.
Die Crediteinheit hat je eine Schleifbahn, die bei 1, 2 und 3 Credit - Schritten mit der inneren Schleifbahn verbunden werden.
Auf der Credtiplatine (die mit den Schrauben) hat man die Möglichkeit, zwei davon durch Umsetzen von zwei Schrauben für den Betrieb auszuwählen (z.B. beide Schrauben auf 5/10 Cent = 1 Schritt - Single, 2 Schritte - EP).
Grundsätzlich gibt es Wahlbereitschaft (durch Anziehen des Latch Relay auf der Tastatur), wenn der Level für EPs erreicht wird. Solange keine Taste, die den EP-Switch betätigt (d. h. der Ruhekontakt geöffnet wird), gedrückt ist, wird der zweite ausgewählte Schleifring parallel geschaltet und die Wahlbereitschaft besteht schon beim Single - Creditlevel. Sobald nun eine taste gedrückt wird, die den EP - Switch betätigt, wird diese Parallelschaltung aufgehoben und das Latch Relay fällt ab (natürlich nur, wenn zu wenig Credit für eine EP - Wahl vorhanden ist). Dadurch zieht das Latch Solenoid an und die Taste wird ausgelöst.
Der Arbeitskontakt auf dem EP - Switch ist dafür verantwortlich, daß die richtige Anzahl von Crediten abgezogen wird. Solange der Kontakt offen ist, ist das Cancel Solenoid und das Cancel Stop Solenoid in Serie geschaltet. Dadurch wird die Creditanzahl, die durch die Position des Cancel - Stop Solenoids eingestellt ist (normalerweise 1 Credit) abgezogen. Wenn der Kontakt geschlossen ist, wird das Stop Solenoid kurzgeschlossen und es wird die Anzahl, die durch den Fixanschlag (z. B Schraube auf Position 2) festgelegt ist, abgezogen.
 
Mikroschalter im Mechanismus / Micro switches  in mechanism 1100:
C1: Completes circuit to common through magazine detent switch to operate magazine motor.
C2: Applies power to turntable motor and amplifier.
C3: Transfers hot side of mechanism control relay from the stopping switch to a static DC connection.
C4: Completes a circuit to common to energize total stifter coil.
C5: Applies power to inside row reset coil.
C6: Completes a circuit to common to provide a holding circuit for mechanism control relay.
C7: Completes a circuit to common through resistor (33 ohm) to energize magazine detent coil.
C8: Completes a patch to ground left side annunciator coil and left side reset coil or right side annunciator coil and right side reset coil.
 
 

 

Schalter in NSM Musikboxen

Betriebsartenschalter
Er hat mehrere Funktionen:
- schaltet die Stummschaltung des Verstärkers
- schaltet das Motor-Relais, welches das Laufwerk zwischen Fahr- und Spielbetrieb umschaltet


Fahrschalter
Durch Betätigen beginnt der Motor des Laufwerks zu laufen und dieses fährt einmal selbständig hin und her.


Gehäuseschalter - ES Technik
Schalter der das Serviceprogramm aufruft sobald der Deckel geöffnet wird.


Geräteschalter (Hauptschalter)
Er macht das Gerät stromlos machen. Es kommt vor, daß er defekt ist und kurzgeschlossen wurde. Dann hat er keine Funktion mehr.

 
Schlüsselschalter: Funktion
Auf der Rückseite der CD-Box befindet sich ein Schlüsselschalter. Dieser ist für die Aktivierung des Freispielmodus zuständig. Der Schalter ist nur in der Aufstellung wichtig gewesen, damit der Wirt nicht einfach so Freikredite buchen konnte.
Einen Universalschlüssel gibt es hierfür nicht. Jedoch kann die Funktion auch so hergestellt werden, da es sich um einen einfachen Öffner oder Schließer handelt. Dafür  trennt man beide Kabel vom Schloß ab.

 
Umkehrschalter
Er schaltet beim Suchlauf von A- auf B-Seiten um.
Modelle mit Antriebsriemen: auf der rechten Seite unter der Abdeckung ist das ein Hebel auf einer Welle.
Modelle mit E-Technik: Mikroschalter auf der Rückseite des Laufwerks.
 

 

Mikroschalter Rock-Ola: Einstellungen

Rock-Ola Modelle der 50er/60er Jahre
An sich ist die Einstellung im Service Manual beschrieben. Eine weitere Version ist diese (Info charly 49):
Für die erste Überprüfung sollte der Greifermotor abgeschraubt werden, damit man den Greifer händisch betätigen kann. Zunächst sollte überprüft werden, ob die Mikroschalter richtig schalten, wenn der Hebel mit der Hand betätigt wird.
Dazu stellt man den Greifer in eine Position, daß der Schalthebel in die Vertiefung auf dem Nocken fällt. Zur Sicherheit kann mit einem Ohmmeter nachgemessen werden (natürlich in stromlosem Zustand). Der Widerstandswert sollte bei beschlossenem Schalter unter 1 Ohm sein und sich auch nicht verändern, wenn man den Schalthebel im Bereich zwischen Anschlag und Schaltpunkt bewegt (sowohl beim N.O., als auch bei N.C. - Anschluß, jeweils gegen den Common - Anschluß gemessen).
Dann wird der Schaltpunkt jedes Schalters eingestellt. Der Schaltpunkt sollte etwa auf halber Höhe der Nockenvertiefung liegen. Bei Bedarf kann man den Schaltpunkt durch Verdrehen der Schraube auf dem Hebel nachstellen. Vermutlich fehlt der geeignete Spezialschlüssel dafür. Notfalls kann man auch den Hebel vorsichtig verbiegen, bis der Schaltpunkt stimmt. Als letztes wird dann die Position der Nockenkombination eingestellt. Die Nockenkombination ist so konstruiert, daß der Abstand der Schaltpunkt von Schalter #1 und #3 genau dem Weg entsprechen, den die Greiferwelle drehen kann. Wenn der Greifer über dem Magazin steht und voll (bis zum Anschlag) geöffnet ist, wird der Nocken so gestellt, daß der Hebel von Schalter #1 (der neben dem Greifer) in die Vertiefung fällt. Wenn Du nun den Greifer in die andere Endposition drehst, müßte der Hebel von Schalter #3 in die Aussparung fallen.

Nun kann der Motor wieder montiert werden und eine Platte gewählt werden. Wenn die Platte aufgelegt ist, sollte sich die Motorwelle noch etwa zwei Umdrehungen händisch weiterdrehen (gegen den Uhrzeigersinn) lassen, bis der Endanschlag erreicht ist. Dann läßt man die Platte zurücklegen. Die Motorwelle sollte sich ebenfalls noch etwa zwei Umdrehungen (im Uhrzeigersinn) weiterdrehen lassen. Wenn dieses Spiel nicht stimmt, ist der Nocken geringfügig zu verdrehen, bis es stimmt. Keinesfalls darf der Motor bis an einen der Endanschläge fahren, das würde auf Dauer das Getriebe beschädigen.

Mikroschalter Typ BZ-2R
Abbildung der heute erhältlichen Mikroschalter; die originalen haben andere Anschlüsse

Rock-Ola Modelle der 60er Jahre - bis Modell 433
An sich ist die Einstellung im Service Manual beschrieben.

Jukebox-World

 

 

Schalter in Seeburg Musikboxen

Service-Schalter - Modelle ab KD und KS:

  • PLAY: im normalen Spielbetrieb muß der Schalter immer in Position "PLAY" stehen.

  • OFF: in Position "OFF" läuft der Motor, solange bis das Laufwerk seine Ruheposition erreicht hat. Es werden keine vorgewählten Titel gespielt. Wenn der Creditschalter (bei älteren Modellen ein kleiner Drucktaster, bei neueren ein Schiebeschalter mit Rückstellung) in dieser Stellung 2 mal betätigt wird, bleibt der Motor stehen.

  • SCAN: wenn man den Schalter in Stellung "SCAN" schaltet, wird der Scan-Mechanismus ausgelöst und das Laufwerk fährt zweimal hin und her. In dieser Stellung hat auch der Creditschalter seine Funktion als Creditschalter.
    Diese Funktion ist z.B. zum Einsortieren von Schallplatten hilfreich.

Wenn der Motor läuft, aber sich nichts außer dem Plattenteller bewegt, bedeutet das, daß das Laufwerk im Spielbetrieb arbeitet. Dadurch ist es auch möglich, daß Du eine Platte händisch einspannen kannst, um sie abzuspielen. Das Laufwerk wird fixiert, sobald der Transferzyklus beginnt, damit der Liftarm, der zwischen den Magazinlamellen hochgeht, nicht beschädigt werden kann. Die Fixierung wird erst gelöst, wenn die Platte abgespielt ist und wieder in das Magazin zurückgelegt ist. Normalerweise geht das Laufwerk danach automatisch wieder in Scanbetrieb.

 

Service-Schalter - jüngere Modelle mit "Black & Grey Boxes"

  • Setzt / Mech. Start:
    startet den Laufwagen, der zweimal hin und her fährt und dann rechts stoppt.

  • Aus / Mech. Stop:
    durch zweimaliges Betätigen bleibt der Laufwagen stehen

  • Plattensperre / Record Reject:
    die gerade gespielte Single wird unterbrochen und zurückgelegt

  • Kredit / Credit:
    gibt ein Spiel ohne Münzeinwurf frei, werksseitig in Höhe eines US-10 Cent Kredits

  • SELECTION PASS (NO / YES): Auf YES stehend werden der Read Out Impuls unterdrückt und eventuell gesetzte Wahlen weder ausgelesen noch gelöscht. Auf YES stehend kann ein Suchlauf mittels MECH START gestartet werden, nicht aber über die Tastatur.
    Für den normalen Spielbetrieb muß der Schalter auf "No" stehen

Hinweis: die ersten vier Schalter haben eine Tastfunktion und kehren automatisch in die Ruhestellung zurück. Der der fünfte Schalter ist ein normaler Umschalter.

 

Die Angaben haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit.
Bei den (importierten) Boxen können im Laufe der Jahre durchaus Veränderungen vorgenommen worden sein. Copyright.

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