Einen
feinen Ausschnitt von Musikautomaten aus zwei Jahrhunderten zeigt die
Sammlung Gauselmann – Deutsches Automatenmuseum auf einer
Sonderausstellung des Preußen Museums Nordrhein - Westfalen in Minden,
Deutschland.
Fetzig der Slogan: „Johann Strauß meets Elvis“. Vor diesem
zeitlichen Hintergrund
werden 70 Musikautomaten in einer Weise präsentiert, wie sie zuvor in
Deutschland noch nie zu sehen waren.
In seinem Grußwort zum bemerkenswerten Begleitkatalog schreibt dann
auch Armin Gauselmann, Vorstandsmitglied der Gauselmann AG "Diese
Ausstellung ist voll im Trend, denn schließlich wollen sich die Museen
für neue Besuchergruppen öffnen."
In seiner Auftaktansprache betont der Unternehmer die Sonderrolle der
Musikautomaten bei den Automaten überhaupt.
Verschiedene, namhafte Persönlichkeiten aus Politik und Kultur würdigten
in ihren Festreden dieses Engagement mit Worten wie "Automaten erzählen
Geschichte und Geschichten“, „stellen sich als Ikonen amerikanischer
Leitwerte dar".
Das alles konnte jetzt möglich werden, weil ein gewisser Paul Gauselmann
– heute der große Seniorchef – 1957 nebenberuflich mit der
Aufstellung von Musikboxen begann.....

Großzügige Räumlichkeiten geben
den majestätisch anschauenden
Jukeboxklassikern von Mills und Wurlitzer das richtige Umfeld.
Amerikanische Maschinen aus den 30er und 40er Jahren haben in der
Sammlung Gauselmann – Deutsches Automatenmuseum einen hohen
Stellenwert.
(von links Mills Empress ,1939; Wurlitzer
600, 1939 verdeckt; Wurlitzer 800, 1940; Wurlitzer 750,1941)
In dem Segment „Vorkriegsklassiker“ dürfte Gauselmann in unserer
Republik die Nase vorn haben.

Rock – Ola verkörpert mit seiner Tempo
Baureihe ( 1959 – 1962 ) den Rock´n Roll greifbar geradezu.
Tempo ( Foto ), Tempo II, Regis und Empress sind Zeitzeugen einer verrückten
Szene, die immer Bestand haben wird. Diese
jungen Musiker spielten zur Eröffnung klassische
Rock´n Roll Titel.

In der Nachkriegszeit gab es in Deutschland
verschiedene Hersteller, die speziell für den hiesigen Markt Modelle
entwickelten. Gut zu wissen ist es, dass die Sammlung Gauselmann schon früh
diese Geräte im Auge hatte und somit für die Nachwelt konserviert hat. ( links
NSM Fanfare60, 1957; rechts
Tonomat Teleramic 200, 1957)

Die Firma Tonomat aus Neu-Isenburg kam 1953 mit
der großen Schellackbox V 102 auf den Markt.
Jukeboxspezialisten Hildegard und Oliver Stamann aus Klein-Henstedt,
Norddeutschland,
haben selbst dieses Modell in ihrer Privatsammlung.
Kürzlich begaben sich die beiden auf Spurensuche nach den Ursprüngen dieser
Fabrik im Großraum Frankfurt und konnten noch
einen der drei ehemaligen Hersteller, Walter Triefenbach ( 78 ) neben speziell
diesem Modell fotografieren.

Hier nicht Bimbo, sondern Bambi – Box.
Das kleine Rehkitz gab seinen Namen für Eichhoff´s Musikautomat aus dem Jahr 1960.
Hildegard und Oliver Stamann, Petra
Reutter und Ingo Meyer fachsimpeln in der „deutschen Abteilung“.

iteratur, passende Accessoires, aber
auch zahlreiche Illustrierten-Cover aus der Adenauer-Ära rundeten die
Show ab.

Keine halben Sachen bei den Preußen. Das Museumscafé wurde im
Jukebox-Feaver-Stil eingerichtet. Die neue Diner-Einrichtung wurde ergänzt
durch zwei Musikboxen, im Hintergrund Wurlitzer 1550 A, 1953; vorne links Gauselmann
Konsolenumbau 1966 mit Innentechnik
Rock-Ola 1458.

Cola Maschinen mit „runden Ecken“
ziehen als Deko die Blicke auf sich, so auch in der Cafeteria im Preußenmuseum.

Ein riesiges Großinstrument aus 1953
stellt diese Hallensia des belgischen Herstellers Decap dar.
Kaum zu glauben, die Firma existiert seit 1902 und stellt laut Katalog
auch heute noch
etwa zwei Großinstrumente pro Jahr her.