Wurlitzer Jukeboxes & Wallboxes im Archiv von Jukebox-World

Wurlitzer Fader

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Informationen: Axel Rosenberger


Die Wurlitzer 1100 (Baujahr 1948) war die erste Box aus dem Hause Wurlitzer, die einen Anschluß für Zusatzlautsprecher "ab Werk" besaß. Alle Jukeboxen vorher benötigten einen sogenannten Fader-Adapter.

Es gab zwei Typen:

  1. Single Fader-Adapter:
    für den Anschluß eines 8 Ohm Zusatzlautsprechers (oder zwei 3.5 Ohm Zusatzlautsprechers in Reihenschaltung)


     

  2. Multiple Fader-Adapter:
    zum Anschluß von bis zu fünf 8 Ohm Zusatzlautsprechern (auf diesem Fader gab es einen Umschalter mit den Stellungen "1" oder "2-3" oder "4-5. Die Anpassung der jeweiligen Lautsprecherlasten erfolgte über Anzapfungen eines eingebauten Übertragers.)


Beide Varianten des Fader-Adapters wurden zwischen Verstärker und Innenlautsprecher der Jukebox geschaltet.
Es wurde also der Innenlautsprecher der Jukebox vom Verstärker getrennt, der Fader-Adapter am Lautsprecheranschluß des Verstärkers und der Innenlautsprecher an einer Buchse des Fader-Adapters angeschlossen.
Am Fader-Adapter befanden sich ein ON-OFF-Schalter (Zusatzlautsprecher EIN oder AUS) und ein Lastregler, mit dem man die Lautstärkenverteilung zwischen Jukeboxinnenlautsprecher und Zusatzlautsprecher regeln konnte.

Fader-Adapter kann man im Internet in den USA finden, aber meist sind sie optisch nicht gut erhalten und der 8-polige Lautsprecherstecker oder gleich das ganze stoffummantelte Kabel sind abgeschnitten.
Das zweiadrige Kabel für den Zusatzlautsprecher ist immer brüchig und muß ersetzt werden.
Es gibt drei optisch unterschiedliche Varianten:

  • goldenes Gehäuse mit "antikem" Schriftbild (Vorkriegszeit, möglicherweise dreißiger Jahre)
  • goldenes Gehäuse mit druckbuchstabenähnlicher Schrift (Vorkriegszeit, möglicherweise vierziger Jahre)
  • rotes Gehäuse mit druckbuchstabenähnlicher Schrift (ab W 750 bis zur W 1015 und W 1080)

Die Beschaltung des Lautsprechersteckers (7-polig) hat Wurlitzer von Beginn an immer gleich belegt, obwohl sich die Widerstandswerte der Feldspulen und auch der Schwingspulen zwischen 1935 und 1947 etwas geändert haben.
Die Feldspulen waren immer an den beiden "dicken" Stiften (# 1 und # 7) angeschlossen, die Schwingspule des Lautsprechers war immer an Pin # 4 und Pin # 5 angeschlossen. Somit sind auch die Fader universell verwendbar, sogar in den Countermodellen.

An den Fadern wurden die Zusatzlautsprecher über einen 5-poligen Stecker angeschlossen und mit einer Art metallenem Überwurfgehäuse gesichert, welches genau über die Stecker paßte und aus zwei Teilen verschraubt wurde (um das unbeabsichtigte Auftrennen der Steckverbindung zu verhindern).
In der Regel findet man aber die Fader ohne jene 5-polige Steckverbindung und das metallene Überwurfgehäuse ist so gut wie gar nicht zu finden.
Auf dem obigen Bild vom Single-Fader kann man den 5-poligern Stecker und auch eine Hälfte des Überwurfgehäuses erkennen.

Zum korrekten Anschluß des Lastreglers (egal ob 8/40 Ohm oder 3.5/17 Ohm):
Jeder Lastregler hat drei Anschlüsse: einen für den Schleifer (in der Mitte) sowie je einen für die beiden Drahtwicklungen mit einem höherohmigen (40 bzw. 17 Ohm) und einem niederohmigen ( 8 bzw. 3.5 Ohm) Anschluß (jeweils außen rechts und links).
Der Lautsprecher (8 bzw. 3.5 Ohm) wird mit seinen beiden Leitungen am Schleifer und am höherohmigen Anschluß angelötet.
Die Zuleitungen vom Verstärker (Fader) werden jeweils am höherohmigen und niederohmigen Anschluß angelötet.
Sinn des Lastreglers ist es, dem Verstärker eine konstante Belastung vorzugaukeln, obwohl die Lautstärke am Zusatzlautsprecher heruntergeregelt wird (Überschuß wird über den Widerstandsdraht des Lastreglers in Wärme umgesetzt).
Die Gesamtlautstärke des Systems "Jukebox - Zusatzlautsprecher" wird an dem Lautstärkeregler des Verstärkers geregelt und grundsätzlich bestimmt. Die Verteilung der Lautstärkeverhältnisse zwischen Jukebox und Zusatzlautsprecher wird am Fader geregelt und am Lastregler im Zusatzlautsprecher kann man dann den Zusatzlautsprecher noch weiter herunterregeln (nur leiser....!!).

Die Schaltung der beiden Fader-Adapter sind in der W 1015 Anleitung ausführlich dokumentiert. Auch in der Anleitung zum Wurlitzer Modell 50 wird die Verwendung des Single - bzw. Multiple Fader ausführlich beschrieben. Er war also zu dieser Zeit - 1938 - (evtl. neu) verfügbar.

Single Fader-Adapter bekommt man im Internet unrestauriert in dem oben beschriebenen Zustand von ca. US$ 80.00 bis US$ 150.00 (Stand 06/2009); die viel seltenere Multiple Fader Variante evtl. ab US$ 130 bis über US$ 200, eben je nach Erhaltungszustand.
Ich habe für NOS Multiple Fader auch schon (gerne) US$ 350 bezahlt.
 

Einbau in frühe Modelle, Wurlitzer 312, 616 u.a:
Ganz frühe Wurlitzermodelle hatten in der Junctionbox Öffnungen, in die man die Komponenten (ON-OFF und Überblendregler) eines Faders nachträglich einbauen konnte.
616: vermutlich wurden je ein stoffummanteltes Kabel mit einem 7-poligen Stecker zum Verstärker und mit einer 7-poligen Kupplung zum Innenlautsprecher verlegt. Der ON-OFF Schalter und das Drahtpoti des Faders wurden in die Junctionbox eingebaut.


Wurlitzer 616 Junctionbox

 

Einbau in spätere Modelle:
Auf der Rückseite dürfte ganz unten ein ovales, mit einem Drahtgitter verschlossenes Loch zu finden sein. Für den  Einsatz eines Faders ist dieses Gitter zu entfernen, und der Fader auf dem Boden der Jukebox innen so zu montieren, daß die Faderbedienelemente (ON-OFF und Überblendregler) von außen bedienbar sind.
 

 

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