Musikboxen - FAQ -  im Archiv von Jukebox-World

Kauf einer Jukebox

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Kaufberatung: vor dem Kauf   •••   nach dem Kauf
 

Kaufberatung Fanfare 60 und 100
 
Hinweise zum Kauf einer Jukebox
Vor dem Kauf:
  • Wichtig: den persönlichen Preisrahmen festlegen - soll die Box Ihren Wert behalten oder eher als Plattenspieler fungieren?
  • Soll das Plattenspiel sichtbar sein? Das wirkt sich auf den Preis aus.
  • Sind technische Kenntnisse vorhanden? Wieviel Eigenarbeit soll und kann geleistet werden? Ggfs. ist es ratsam, eine überholte oder restaurierte Jukebox zu kaufen.
  • Wenn möglich, sich mehrere Modelle ansehen, um verschiedene Abspielmechanismen auf sich wirken zu lassen (waagerechte oder senkrechte Abspielung, Plattenkarussell oder Magazin etc.). Hier empfehlen sich die verschiedenen Jukeboxbörsen in Deutschland, Belgien, Holland und England.
  • vorher Literatur studieren, um einen Eindruck von verschiedenen Modellen unterschiedlicher Baujahre zu bekommen
  • ist Originalität wichtig (Gehäuse, Komponenten, Farben, Chrom, Glas, Plastiken usw.)?

Zustand der Musikbox

  • Ist die Jukebox komplett? Fehlt etwas?
  • Originalität: sind Scheiben, Chrom und Gehäuse im guten Zustand und original?
  • Unrestaurierte Modelle:
    • was muß aufgearbeitet werden - Chrom, Gehäuse, Metall, Technik usw.?
    • findet man in oder unter der Box Holzstaub - ggfs. Anzeichen für Holzwurm
    • Hinweise für Feuchtigkeitsschäden: verrostete Komponenten, Gehäuse geht aus dem Leim
  • Restaurierte Modelle, d.h. dem Originalzustand sehr nahe kommend:
    • unter Restaurierung versteht man die Erhaltung, Wiederherstellung und Konservierung der Originalsubstanz, in dem beschädigte Stellen aufgearbeitet werden.
    • Restaurierung ist nicht mit einer "Rundum-Erneuerung" zu verwechseln.
    • Anstoßkanten der Chromteile, Scharniere etc. verraten oft wie präzise gearbeitet wurde
  • Oder ist vieles einfach überlackiert, verrostet, abgeblättert, verblichen?
  • Wie sieht (vor allem bei restaurierten Musikboxen) das Innere aus:
    • findet sich Staub aus den letzten Jahrzehnten?
    • Sieht die Box gereinigt aus - wie sehen die Ecken aus?
    • Muffiger Geruch?
    • Oder sauber und gut aufgearbeitet? 

Funktion der Musikbox:

  • Ist sie technisch überholt worden: Verstärker, Netzteil, Steuerzentralen, Kreditgeräte, Wähleinheiten, Plattenwechsler etc.  
  • Ist die Box nur spielbereit, d.h. die wichtigen Komponenten wurden nicht überholt, sondern nur wieder zum Laufen gebracht?
  • Wer hat die wichtigen Komponenten überholt?
  • Vorführung der Musikbox:
    • vor dem ersten Einschalten: Vorschaltgerät, Lampe oder Verstärkerröhre auf Wärme überprüfen - ggfs. lief die Box schon vorher, um best. Kaltstart-Probleme zu verdecken
    • Kaltstart-Probleme: die Box sollte erst eingeschaltet werden, wenn man dabei ist. Boxen, die schon laufen, wenn man kommt, könnten "Kaltstart"-Probleme haben (z.B. langsames Anlaufen oder Leiern durch verharzte Motoren oder Getriebe).
    • Wärmefehler: es gibt Fehler, die sich erst einstellen, wenn die Box eine Zeit lang gelaufen ist; also die Box länger laufen lassen und verschiedene Titel der A und B-Seiten wählen, nicht immer denselben
    • funktioniert der Geldeinwurf?
    • Ausführliches Vorführen der Musikbox: gibt es Fehler wie Auswahl nicht angenommen, Platte nicht gefunden, Tonarm springt oder setzt nicht an der richtigen Stelle auf, Klang ist schlecht oder verändert sich mit der Zeit, Lautstärke schwankt usw.?
  • Wahl:
    • nimmt die Box alle Wahlen auf Anhieb?
    • Oder muß man  eine Taste mehrfach drücken, damit die Wahl angenommen wird?
    • Gehen einige Wahlen gar nicht?
    • Wahlprobleme stellen sich gerne und häufig ein. Hier nur die A und B Seite der ersten Platte anwählen, ist zu einfach - das gibt keinen Aufschluss darüber, ob die Tastatur auch noch weiter hinten in Ordnung ist. (Das hat mit dem Aufbau der Tastaturen an sich zu tun). In jedem Fall auch einmal die letzte Platte wählen, also V8 oder V0 , bzw. 119/120 oder 199/200 usw. gehen diese Wahlen auch, dann kann man größere Wahlprobleme schon fast ausschließen
  • Wie ist der Klang?

Weiteres:

  • Vorsicht bei Aussagen wie "Das ist nur eine Kleinigkeit" oder "Gerade funktionierte sie noch" - Wenn dem so ist, warum wurde es dann nicht schon behoben? Es sollte (ohne Aufpreis) repariert werden, bevor man die Box kauft. 
  • Seriöse Verkäufer geben manchmal eine Art Garantie. Dies hat zwar seinen Preis, lohnt sich aber in der Regel für Neueinsteiger.
  • etwas vom Budget für die Jukebox zur Seite legen - für die evtl. anfallenden Probleme danach (Lehrgeld).

 

Nach dem Kauf einer Jukebox

Nach dem Kauf und vor Inbetriebnahme einer Jukebox sollten einige wichtige Dinge beachtet werden. Hierbei ist es davon abhängig, ob die Box restauriert oder unrestauriert ist.

Restauriert: das bedeutet, dass die Box komplett zerlegt, gereinigt und überarbeitet wurde. Das bezieht sich wohl auf das Gehäuse als auch auf die Technik. Auch die Komponenten der Technik sollten gründlich gereinigt und fachmännisch überholt worden sein. In der Regel hat der Verkäufer/Restaurator die Box vorgeführt. Dennoch sollte vor der ersten Inbetriebnahme auf folgendes geachtet werden - vor allem, wenn die Box nach dem Vorführen transportiert wurde:

  • Transportsicherung lösen
  • ggfs. Kabelbinder o.ä. lösen, welches zum Fixieren best. Komponenten dient (z.B. Tonarm)
  • Steckverbindungen auf festen Sitz und guten Kontakt überprüfen
  • sind alle Komponenten an ihrem Platz oder ist durch den Transport etwas de-justiert?
  • ggfs. Anschluß des Trafos für die Anpassung von 230 an 110 V anschließen
  • Rock-Ola / Wurlitzer: Mechanismus muß richtig auf den vier Mechanismusfedern gelagert sein
  • Rock-Ola: Scan-Schalter muß auf On (bzw. Operate) stehen
  • Rock-Ola / AMI: ist der Plattenteller richtig aufgesteckt
  • Röhrenverstärker nie ohne Last laufen lassen, Röhren nicht bei eingeschaltetem Gerät ziehen


Unrestauriert
: das heißt, weder an der Technik noch am Gehäuse wurde etwas aufgearbeitet. Selbst, wenn die Box als spielbereit verkauft wurde, ist auf folgendes zu achten:

  • Transportsicherung lösen
  • ggfs. Kabelbinder o.ä. lösen, welches zum Fixieren best. Komponenten dient (z.B. Tonarm)
  • Steckverbindungen auf festen Sitz und guten Kontakt überprüfen
  • sind alle Komponenten an ihrem Platz oder ist durch den Transport etwas dejustiert?
  • alle Sicherungen auf richtige Werte überprüfen (niemals eine durch einen höheren Wert ersetzen!). I.d.R. wurden in Musikboxen immer träge Sicherungen verwendet.)
  • defekte Sicherungen ersetzen; Hinweis: die Sichtprüfung allein reicht nicht aus, um festzustellen, ob eine Sicherung i.O. ist. Sie müssen durchgemessen werden.
  • Netzkabel auf Erdung prüfen, generell alle Kabel auf Brüchigkeit oder andere Beschädigungen überprüfen
  • bei neu aus den USA importierten Geräten: ggfs. Verwendung eines Vorschalttrafos für die Anpassung von 230V an 110V (Netzteil in der Box)
  • AMI:
    • ist der Plattenteller richtig aufgesteckt?
  • Rock-Ola:
    • Mechanismus muß auf den vier Mechanismusfedern gelagert sein
    • der Scan-Schalter muß auf On (bzw. Operate) stehen
    • ist der Plattenteller richtig aufgesteckt?
  • Wurlitzer:
    • Mechanismus muß auf den vier Mechanismusfedern gelagert sein
  • manche Motore (z.B. Rock-Ola) lassen sich an einer Rändelschraube von Hand drehen. Dreht sich der Motor nicht, sitzt er fest
  • niemals Gewalt anwenden - best.  Metallteile können sich verbiegen und wären beschädigt
  • solange sich noch etwas im Mechanismus bewegt, kann versucht werden, Öl (wir empfehlen Ballistol) auf die Lagerstellen zu geben, um den Mechanismus wieder gängig zu machen. Wenn er komplett feststeckt, muß er zerlegt, gereinigt und neu geschmiert werden
  • Röhrenverstärker nie ohne Last laufen lassen, Röhren nicht bei eingeschaltetem Gerät ziehen
  • i.d.R. ist das Zerlegen und Reinigen des Mechanismus und die fachmännische Überholung der Komponenten wie Motore, Verstärker und Netzteil notwendig
  • Tip: vor dem Zerlegen von Komponenten oder der Jukebox viele Fotos mit Gesamt- und Detailaufnahmen machen. Das erleichtert den Zusammenbau anschließend.
  • war die Musikbox über mehrere Jahre nicht im Betrieb, sind folgende Arbeiten in der Regel notwendig - am Beispiel einer Rock-Ola:
    • Greifer- und Magazinmotor ausbauen und überholen. Greifermechanismus händisch betätigen (muß ganz leichtgängig sein) und bei Bedarf zerlegen, reinigen und schmieren. Magazin händisch bewegen, Lagerstellen schmieren. Motoren wieder einbauen
    • Plattenteller - Motor ausbauen und überholen. Gummilagerung überprüfen und gegebenenfalls erneuern. Idler Wheel überprüfen und bei Bedarf Gummi erneuern oder überdrehen. Plattentellerlager reinigen und ölen.
    • Selectormotor ölen. Schleifkontakte und Schleifplatten reinigen und mit einem mit Ballistol getränkten Lappen abwischen. Selector - Hebel auf Leichtgängigkeit überprüfen. Sollten die Hebel schwergängig sein - Selector ausbauen, flach auflegen und die Hebel mit Ballistol einsprühen, sodaß das Öl hinein rinnen kann. Nach einiger Zeit alle Hebel mehrmals betätigen.
    • Tastensätze (die Kontaktschieber) mit Kontaktreiniger (z. B. Kontakt 60, Ballistol) einsprühen und jede Taste mehrmals betätigen. Tastensätze nur zerlegen, wenn es unumgänglich ist, weil z. B. ein Kontakt gebrochen ist. Nach einiger Zeit erneut einsprühen und betätigen. Abschließend die gelösten Verschmutzungen mit Sprühwäschen (z. B. Kontakt WL) auswaschen. Bewegliche Teile der Tastenverriegelung (außer dem Anker der Verriegelungsspule, dieser muß trocken bleiben) ölen. Kontakte reinigen. Es ist zu empfehlen, die Funktion der Tastenkontakte mit einem Ohmmeter zu überprüfen.
    • Verstärker überprüfen und gegebenenfalls reparieren (lassen).
    • Netzteil überprüfen. Spannungen am Ausgang nachmessen. Beleuchtung kontrollieren, defekte Lampen bzw. Leuchtstoffröhren ersetzen. Control Box - Kontakte reinigen. Münzkontakte und Kontakte in der Crediteinheit reinigen.
    • Alles wieder zusammenbauen und in Betrieb nehmen. Wenn alles richtig gemacht wurde, sollte das Gerät funktionieren. Es ist aber möglich, daß einige Einstellungen zu korrigieren sind. Auf jeden Fall ist zu empfehlen, ein Servicemanual zu besorgen und die Einstellungen nach diesem durchzuführen.


Wenn ein Gerät lange nicht in Betrieb war, sind diese Arbeiten unbedingt durchzuführen. Wenn man es nicht macht, riskiert man erhöhten Verschleiß, abgebrannte Spulen, Motoren oder Trafos, selbst wenn die Box momentan funktionieren sollte. Natürlich wird man, wenn alles zerlegt ist, noch die Einzelteile, den Mechanismus und das Gehäuse reinigen. Das ist zwar für die Funktion unerheblich, erhöht aber den Spaß und die Freude an der Box.

 

Hinweise zum Kauf einer Fanfare 60 bzw. 100 (mono und stereo):

Als erstes sollte geklärt werden, ob es sich um eine restaurierte, unrestaurierte oder spielbereite Box handelt.
Lesen Sie dazu auch die oben aufgeführten Hinweise.

Ein wesentlicher Bestandteil der Kaufentscheidung sollte sein, ob die sog. Plattendreiecke bzw. -ringe dabei sind. Dabei handelt es sich bei der Fanfare 60 um 30 (und nicht weniger!) dreieckige, in der Regel geriffelte dünne Metallplättchen, die zwischen die Schallplatten gelegt werden. Bei der Fanfare 100 sind es 50 gestanzte Federstahlringe.
Diese Plättchen ermöglichen erst das genaue Abwerfen der Schallplatten von der Säule. Ohne die geht es nicht.
Es gibt zwar Ersatz für beide Varianten, aber es ist eine Kostenfrage. Billiger Ersatz sollte nicht verwendet werden.

Auch das Tonabnehmersystem (das "Schiffchen") muss original und funktionsfähig sein.
Ein blecherner Ton, Kratzen etc. können auf ein defektes System hindeuten. Die Reparatur ist zwar möglich, aber nicht günstig. Ein Austauschsystem gibt es im Moment nur bei hier Stamanns und kostet knapp 100 Euro.
beide Seiten sollten geprüft werden, da der Tonabnehmer zwei getrennte Systeme hat. Wenn die Box in Ordnung ist, hat sie übrigens eine satten Bass und ein mehr als angenehmes Klangbild .

Weiterhin ist es wichtig, dass links und rechts neben den Schallplatten-Titelstreifen die kleinen Spiegel vorhanden und gut sind. Ersatz gibt es nicht. Genauso muß die hintere Spiegelscheibe, beschriftet mit Fanfare 60  vorhanden und in gutem Zustand sein. Ebenso verhält es sich mit der dünnen Glasscheibe über den Titelanzeigen, worauf die Anwahl zu sehen ist ( A1 , B2 etc ). Diese Scheibe ist zwar hier bei Stamanns als REPRO Ersatz zu bekommen, kostet aber.

Zusätzlich sollte darauf geachtet werden, dass der Basslautsprecher in Ordnung und orginal ist. Dieser muß auf einem L-förmigen Blech am Boden der Box befestigt sein und dabei frei schwingen. Ist ein Bass fest eingeschraubt, ist davon auszugehen, dass es der falsche ist -- außer es sind 3 gleich große Lautsprecher installiert, Durchmesser ca. 25 cm, dann ist es wieder original.

Wie sieht der Verstärker aus - sieht er gut aus oder verrostet? Ist er in der Elektrik vergammelt?

Darüber hinaus:

  • der Geldeinwurf der Box sollte probiert werden ( Kreditteil OK ?).
  • Anwahl der Titel über die Tastatur: nimmt die Box auch die richtige Platte etc
  • fängt das Vorwählaggregat an zu arbeiten
  • setzt der Tonarm richtig auf
  • wird am Ende der Platte der Tonarm wieder in Ausgangsposition gefahren
  • sind mehrere Wahlen hintereinander möglich (wenn nicht defekt im Vorwählaggregat)?
  • wie ist der Chrom?
  • wie sind die Seitenteile/Gehäuse der Box?
  • wie sieht es im Inneren aus?

Bei restaurierten oder spielbereiten Modellen: die Box sollte in Ruhe ausprobiert werden. Ist sie wirklich top, sind 2000- 2500 EURO nicht zuviel Geld für eine Fanfare 60. Aber jeder Abstrich aus der o.g. Liste kann mit jeweils bis zu 250 EURO bewertet werden. (Stand: 2007)
Hinweis: Wertangaben zu Musikboxen sind nicht statisch und können sich regelmäßig ändern. Für diese Angaben wird keine Gewähr übernommen.

Bei unrestaurierten Boxen: der bessere Kauf kann in jedem Fall eine komplette funktionierende Box sein, denn Ersatzteile sind nicht üppig vorhanden.

 

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