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Tonomat   –   Canteen
 

Tonomat Musikboxen - Jukeboxes


V 102 - Prototype
 
(1953)


V 102
 
(1953)

Telematic 100
Telematic 100

(1955)

Telematic 100B
Telematic 100B

(1956)

Telekuli Musikbox Jukebox Tonomat
Telekuli

(1956)

Telematic 200
Telematic 200

(1957)


Telematic 200
Hideaway
(1957)

Panoramic
Panoramic  
(1959)

       

Tonomat / Canteen Musikboxen - Jukeboxes

Teleramic
Teleramic
 
(1960)

Teleramic 200B Tonomat
Teleramic 200B
 
(1960)

Lyric
Lyric
(1961)
Conti 1
Conti1

(1961)

Electronic 160

(1964)

Electronic 160 II

(1964)

Tonomat Fernwähler

Fernwähler Musikbox Jukebox Tonomat
Telebox

(1956)
Telebox Musikbox Jukebox Tonomat
Telebox

(1956)

Tonspiegel Musikbox Jukebox Tonomat
Tonspiegel

(1957)

     
 

 

         

Werksgeschichte der Firma "Tonomat", Fabrikation von Musikautomaten

written and copyright by “T”- org / C. W. Schmitt

1948 bis 1950
Ende der 40er Jahre kommen im Raum Offenbach/Main zwei Freunde nach überlebten Kriegswirren zusammen, der Techniker N.A. und der Kaufmann mit gutem technischem Händchen, W.T.
Die zwei Mitzwanziger entwickeln zunächst einen Plattenspieler und lassen diesen patentieren. Leider müssen die Beiden nach ca. zweieinhalb Jahren diese Angelegenheit fallen lassen. Die zunächst guten Absatzpreise der Geräte fallen rapide ab und machen so die Garantie zur Bestreitung des Lebensunterhaltes unmöglich.
Ende 1950 beschließen W.T. und N.A. nach einem längeren Gespräch, weiterhin zusammenzuarbeiten. Dabei kommt die Idee, sich mit Entwicklung und Bau der ersten deutschen Musikautomaten zu beschäftigen. In hiesigen Gaststätten standen damals nur amerikanische Jukeboxen, deren Anschaffungspreise sündhaft teuer und schier unerschwinglich waren. In der geräumigen Mansarde des Wohnhauses von W.T. im Raum Offenbach wird nach Feierabend und an Wochenenden bis tief in die Nacht hinein der erste Prototyp einer Musikbox konstruiert und gebaut.

1952
Im Frühjahr 1952 stößt der um die 30 Jahre alte Feinmechaniker A.D. aus Frankfurt zu der Zweimanntruppe. Er nimmt die Fertigung der mechanischen Teile für die Boxen in Angriff. Im Spätherbst 1952 steht die erste halbwegs fertige Musikbox bereit. Die Mechanik ist in einem simplen Holgehäuse (gefertigt in einer Schreinerei) eingepasst. Man tauft diesen Musikautomat auf den Namen “Tonomat V 102”.

1953
Das Gerät wird patentiert und zum ersten Mal am 10.2.1953 in einem Offenbacher Stadtcafe vorgestellt. Das findet großen Anklang bei einigen Offenbachern, aber vor allen Dingen auch bei den Medien.
Ende Mai 1953 entschließt man sich, die Produktion der Boxen selbständig aufzunehmen. Der Tonomat V 102 wird überarbeitet. Für ein neues hölzernes Gehäuse sorgt die Schreinerei A.P. in Offenbach.
Die stete Steigerung der Boxenproduktion und die damit verbundene Aufstockung des Mitarbeiterstabs bringen mehrere Umzüge in immer größere Gewerberäume im Umland und in der Stadt Offenbachs mit sich. Anfang August gehen die ersten Boxen in den Handel – Stückpreis DM 3000,-. In der zweiten Märzhälfte meldet man beim Amtsgericht Offenbach Gewerbe an. Im November 1953 unterstützt der Maschinenbauingenieur E.B. die Führungsriege in der kleinen Firma.

1954
Ein erster Boxen-Kundendienst für die Region München und Umgebung wird eingerichtet. Dessen Leitung übernimmt ein bayrischer Mechaniker. Inzwischen entwickelt man eine zweite Box und tauft sie auf den Namen “Telematic 100”, die 50 Schallplatten abspielen kann, welche später noch auf 100 Stück mit der “Telematic 200” aufgestockt wird. Die Tonomat-Boxen werden auf einigen Messen erfolgreich vorgestellt Die Absatzzahlen erhöhen sich danach weiter- Kundendiensttechniker werden eingestellt und für Ihren Dienst werksintern geschult. Im Sommer 1955 wird eine Generalagentur in Wien eröffnet. Ferner vertreibt man auch Boxen eines englischen Herstellers, mit denen man beste Kontakte geknüpft hat.

1956-1957
Als die Stadt Offenbach ein neues Gewerbegebiet ausschreibt und dort günstige Grundstücke anbietet, greifen die Werksleiter zu und kaufen das Gelände. Dort baut man einen großen Firmenkomplex mit Verwaltung, Verkauf, Montage, etc., der am 30.11.1957 feierlich eingeweiht wird. Der Firmennamen “Tonomat” leuchtet nun in großem Schriftzug über dem Haupteingang.
Bald gibt es eine erste Boxenbestellung von 1000 Stück aus England.
In München wird aus dem kleinen Kundendienst eine größere Agentur der Firma

1959
Auf der Frankfurter Frühjahrsmesse wird die neuste Entwicklung von Tonomat vorgestellt, die “Panoramic 200”, eine große Box zu kleinem Preis, aber mit doppeltem Fassungsvermögen von 200 Platten.
Im selben Jahr bricht die Generalverwaltung des amerikanischen Boxenherstellers “Wurlitzer”, die Firma Husemann in Köln zusammen – eine erste Warnung!
Im April 1959 bekommt die Firma Tonomat überraschender Weise Besuch zweier hochrangiger Geschäftsführer der amerikanischen Firmen “Canteen” und AMI (=American Musical Instruments). Ein halbes Jahr zuvor hatten sich diese Firmen zusammengeschlossen. Man baute bei diesen Firmen außer Boxen noch Getränke- und Lebensmittelautomaten. Dieses amerikanische Großunternehmen wollte sich auch in Europa etablieren und hatte den Plan gefaßt, die Firma “Tonomat” dafür aufzukaufen. Die Tonomat-Geschäftsleitung war zunächst gegenüber diesem Gesuch sehr skeptisch eingestellt. Doch die Amerikaner ließen nicht locker. Nach langen und zähen Verhandlungen fiel dann letztendlich die Entscheidung zu Gunsten der Amerikaner aus. Ende August 1959 wechselt die Firma “Tonomat” für vier Millionen DM ihren Besitzer und übernimmt von nun an den Namen “Canteen Automatenbau GmbH”.
 Die drei Firmengründer bleiben weiterhin geschäftsführend. Der Fokus der Produktion liegt nun mehr und mehr auf der Herstellung von Getränke- und Lebensmittelautomaten. Die Boxenmontage wird mehr und mehr zum Nebenprodukt. Trotzdem wird noch ein neuer Boxentyp herausgebracht, die “Teleramic 200”.

1960 ff
Die Übernahme durch “Canteen” stellt sich sehr bald als Fehlschritt heraus. Die Amerikaner verlangen eine zu schnelle und hochertragreiche Produktion der Automaten und Boxen, die sich in Deutschland nicht umsetzten lassen. Der Markanteil reduziert sich fast auf 40%. Die drei deutschen Firmengründer lösen sich deshalb von Canteen und gehen andere berufliche Wege.

1963 wird die Produktion von Musikboxen ganz eingestellt.

Der Traum der drei Firmengründer war erloschen und ein kurzes, aber doch recht erfolgreiches Jukebox-Unternehmen fand sein Ende – leider!

 

Die Angaben haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit. Bitte beachten Sie das Copyright!

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